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Cornelia Gärtner, Leiterin des BVMW Hessen und der Geschäftsstelle Frankfurt am Main, und Senator a. D. Christoph Ahlhaus, Vorsitzender der Bundesgeschäftsführung des BVMW, beim Jahresempfang Der Mittelstand. BVMW Hessen; Foto: Dietrich Skrock

BVMW Hessen in der Paulskirche: Warum der Mittelstand mehr ist als ein Wirtschaftsfaktor

Der erste Mittelstands-Jahresempfang von Der Mittelstand. BVMW Hessen in der Frankfurter Paulskirche fand am 7. Mai 2026 statt. Gastgeberin war Cornelia Gärtner, Leiterin des BVMW Hessen und der Geschäftsstelle Frankfurt am Main. Rund 400 Unternehmerinnen, Unternehmer und Entscheider nahmen teil. Stephanie Wüst, Wirtschaftsdezernentin der Stadt Frankfurt am Main, betonte die Bedeutung des Mittelstands für Innovation, Digitalisierung und Künstliche Intelligenz. Christoph Ahlhaus, Vorsitzender der Bundesgeschäftsführung des BVMW, stellte in seiner Keynote die Verbindung von Mittelstand, Wohlstand, sozialer Sicherheit, sozialem Frieden und stabiler Demokratie heraus. Der BVMW Hessen will die Paulskirche als Ort des hessischen Mittelstands-Jahresempfangs etablieren.

Beim ersten Mittelstands-Jahresempfang in der Frankfurter Paulskirche setzt Der Mittelstand. BVMW Hessen ein Zeichen für Demokratie, Verantwortung und wirtschaftliche Stärke. Rund 400 Unternehmerinnen, Unternehmer und Entscheider kamen auf Einladung von Cornelia Gärtner zusammen.

Frankfurt am Main. Die Frankfurter Paulskirche ist kein neutraler Veranstaltungsort. Sie steht wie kaum ein anderer Ort in Deutschland für Demokratie, Freiheit und parlamentarische Verantwortung. Genau deshalb hatte der Jahresempfang von Der Mittelstand. BVMW Hessen am 7. Mai 2026 besonderes Gewicht.

Zum ersten Mal richtete der BVMW Hessen seinen Mittelstands-Jahresempfang in der Paulskirche aus. Rund 400 Unternehmerinnen, Unternehmer und Entscheider aus der Region folgten der Einladung von Cornelia Gärtner, Leiterin des BVMW Hessen und der Geschäftsstelle Frankfurt am Main. Auf dem Programm standen die Begrüßung durch Stephanie Wüst, Stadträtin und Dezernentin für Wirtschaft, Recht und Stadtmarketing der Stadt Frankfurt am Main, eine Keynote von Senator a. D. Christoph Ahlhaus, Vorsitzender der Bundesgeschäftsführung von Der Mittelstand. BVMW e. V., die Vorstellung des BVMW-Teams Hessen sowie die Ehrung langjähriger Mitglieder.

Der Abend zeigte: Mittelstandspolitik ist mehr als Standortpolitik. Es geht um Arbeitsplätze, Investitionen, Ausbildung, Innovation, soziale Sicherheit und demokratische Stabilität.


Die Paulskirche als Ort des Mittelstands

Die Wahl der Paulskirche war bewusst gesetzt. Sie steht für den Beginn parlamentarischer Demokratie in Deutschland. Zugleich ist sie ein Ort, an dem Fragen von Freiheit, Verantwortung und Gemeinsinn nicht abstrakt bleiben.

Bereits in der Presseeinladung hatte der BVMW Hessen die Paulskirche als sichtbares Bekenntnis beschrieben: Mittelstand, wirtschaftliche Freiheit, soziale Marktwirtschaft, europäische Offenheit und demokratische Verantwortung gehören zusammen.

Cornelia Gärtner brachte diesen Anspruch beim Jahresempfang auf den Punkt:

„Die Paulskirche erinnert daran, dass Freiheit und Verantwortung zusammengehören. Genau dafür steht der Mittelstand. Deshalb gehört dieser Empfang hierher. Deshalb werden wir wiederkommen.“

Damit erhält der Jahresempfang eine Bedeutung, die über den Abend hinausweist. Die Paulskirche soll nicht nur Kulisse sein. Sie soll zum festen Ort werden, an dem der hessische Mittelstand sichtbar macht, wofür er steht: Leistung, Verantwortung, Zusammenhalt und der Wille, die Zukunft des Standorts aktiv mitzugestalten.


Stephanie Wüst: Frankfurt braucht einen Mittelstand, der Wandel gestaltet

Stephanie Wüst, Stadträtin und Dezernentin für Wirtschaft, Recht und Stadtmarketing der Stadt Frankfurt am Main, begrüßt zum Jahresempfang Der Mittelstand. BVMW Hessen Foto: Dietrich Skrock

 

Stephanie Wüst, Stadträtin und Dezernentin für Wirtschaft, Recht und Stadtmarketing der Stadt Frankfurt am Main, begrüßt zum Jahresempfang Der Mittelstand. BVMW Hessen
Foto: Dietrich Skrock

Stephanie Wüst, Stadträtin und Dezernentin für Wirtschaft, Recht und Stadtmarketing der Stadt Frankfurt am Main, begrüßte die Gäste im Namen der Stadt. Ihr Zitat verbindet den Mittelstand mit den großen Zukunftsfragen des Standorts Frankfurt: Innovation, Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und eine Verwaltung, die Unternehmen unterstützt.

„Der Mittelstand ist nicht nur wirtschaftliches Rückgrat unserer Stadt, sondern auch Träger von Verantwortung, Innovation und Zukunftsvertrauen. Gerade in Zeiten tiefgreifender Transformation braucht es verlässliche politische Rahmenbedingungen, schnellere Verfahren und eine Verwaltung, die ermöglicht statt verzögert. Frankfurt hat das Potenzial, einer der führenden Standorte für Innovation, Digitalisierung und Künstliche Intelligenz in Europa zu sein – gemeinsam mit einem starken Mittelstand, der Wandel nicht nur bewältigt, sondern aktiv gestaltet.“

Das ist ein wichtiger Punkt für Frankfurt. Die Stadt ist Finanzplatz, Messeplatz, internationaler Verkehrsknotenpunkt und Wirtschaftsstandort. Doch Zukunftsfähigkeit entsteht nicht allein durch große Institutionen. Sie entsteht dort, wo Unternehmen investieren, neue Lösungen entwickeln, Fachkräfte ausbilden und Verantwortung übernehmen.

Gerade bei Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz braucht Frankfurt einen starken Mittelstand. Denn KI wird nicht nur in Konzernen eingeführt. Sie verändert auch Geschäftsmodelle, Prozesse, Kommunikation, Vertrieb, Verwaltung, Produktion und Kundenbeziehungen kleiner und mittlerer Unternehmen.

Damit Mittelstand, Digitalisierung und KI zusammenfinden, braucht es drei Dinge: klare politische Rahmenbedingungen, schnellere Verfahren und eine Verwaltung, die Unternehmen nicht ausbremst, sondern befähigt.


Christoph Ahlhaus: Ohne Wohlstand keine stabile Demokratie

Senator a. D. Christoph Ahlhaus, Vorsitzender der Bundesgeschäftsführung des BVMW, bei seiner Keynote zum Jahresempfang Der Mittelstand. BVMW Hessen Foto: Dietrich Skrock

 

Senator a. D. Christoph Ahlhaus, Vorsitzender der Bundesgeschäftsführung des BVMW, bei seiner Keynote zum Jahresempfang Der Mittelstand. BVMW Hessen
Foto: Dietrich Skrock

Den stärksten politischen Akzent des Abends setzte Senator a. D. Christoph Ahlhaus. In seiner Keynote zog er eine direkte Linie vom Mittelstand zur Demokratie.

Seine zentrale Aussage:

„Ohne Wohlstand gibt es keine soziale Sicherheit. Ohne soziale Sicherheit keinen sozialen Frieden. Und ohne sozialen Frieden keine stabile Demokratie.“

Dieser Satz fasst den Kern des Abends zusammen. Mittelständische Unternehmen sind nicht nur Betriebe. Sie schaffen Arbeitsplätze. Sie bilden aus. Sie investieren vor Ort. Sie tragen Vereine, Kommunen und soziale Projekte mit. Und sie tun das häufig auf eigenes Risiko.

Ahlhaus machte deutlich, dass mittelständische Unternehmerinnen und Unternehmer oft in Generationen denken und nicht nur in Quartalszahlen. Sie übernähmen Verantwortung über den eigenen Betrieb hinaus. In seiner Rede bezeichnete er mittelständische Unternehmen als „stabile Anker einer demokratischen Gesellschaft“.

Diese Perspektive ist gerade in der Paulskirche stark. Sie verbindet Wirtschaft und Demokratie nicht oberflächlich, sondern über eine einfache Wirkungskette:

Unternehmen schaffen Wohlstand. Wohlstand ermöglicht soziale Sicherheit. Soziale Sicherheit stärkt sozialen Frieden. Sozialer Frieden stabilisiert Demokratie.

So verstanden ist Mittelstandspolitik nicht nur eine Frage von Steuern, Bürokratie und Förderprogrammen. Sie ist auch eine Frage gesellschaftlicher Stabilität.


Deutschland hat kein Erkenntnisproblem, sondern ein Umsetzungsproblem

Ahlhaus verband seine Würdigung des Mittelstands mit deutlicher Kritik an der politischen Praxis. Viele Probleme seien bekannt. Entscheidend sei jetzt, ins Handeln zu kommen.

Sein Satz:

„Wir haben kein Erkenntnisproblem, wir haben ein Umsetzungsproblem.“

Damit traf Ahlhaus einen Nerv vieler Unternehmerinnen und Unternehmer. Denn viele Debatten kreisen seit Jahren um bekannte Themen: Bürokratieabbau, Fachkräftemangel, Energiepreise, Digitalisierung, Investitionsbedingungen, Planungs- und Genehmigungsverfahren.

Die Frage ist nicht mehr, ob diese Themen wichtig sind. Die Frage ist, warum zu wenig passiert.

Gerade für den Mittelstand zählt Umsetzung. Nicht jedes Unternehmen kann lange auf Reformen warten. Wer investieren soll, braucht Verlässlichkeit. Wer ausbilden soll, braucht Perspektive. Wer digitalisieren soll, braucht Zeit, Geld und praxistaugliche Regeln. Wer im internationalen Wettbewerb bestehen soll, braucht Rahmenbedingungen, die Leistung ermöglichen.


Wieder vorne sein wollen: Der Mittelstand und die Wettbewerbsfähigkeit

Ein weiterer wichtiger Gedanke aus der Rede von Christoph Ahlhaus war der Wettbewerbswille. Deutschland und Europa müssten sich dem internationalen Wettbewerb stellen. Es reiche nicht mehr, „dabei“ zu sein.

Ahlhaus sagte:

„Wir müssen nicht mehr nur dabei sein wollen, sondern wir müssen wieder vorne sein wollen.“

In der Rede verband er diesen Gedanken mit der Forderung, Deutschland wirtschaftlich wieder in die Spitzengruppe zu führen. Wer nur dabei sein wolle, rutsche Stück für Stück nach hinten.

Das ist mehr als ein sportlicher Satz. Es ist eine Standortfrage.

Für Hessen und Frankfurt bedeutet das: Der Mittelstand braucht nicht nur Entlastung. Er braucht einen Rahmen, in dem er wachsen, investieren, digitalisieren und international sichtbar bleiben kann. Wettbewerbsfähigkeit entsteht nicht durch Appelle. Sie entsteht durch bessere Bedingungen.


Warum der Mittelstand für Hessen so wichtig ist

Der hessische Mittelstand ist vielfältig. Er reicht von Handwerk und Handel über Industrie, Dienstleistungen, Technologie, Beratung, Logistik, Gesundheit und Kreativwirtschaft bis zu spezialisierten B2B-Unternehmen. Viele dieser Unternehmen sind tief in ihrer Region verwurzelt und zugleich international aktiv.

Genau diese Struktur macht den Mittelstand so wertvoll. Er ist nah an Menschen, Märkten und Kommunen. Er kennt die praktischen Folgen politischer Entscheidungen oft schneller als große Organisationen. Und er trägt Verantwortung dort, wo abstrakte Begriffe konkret werden: beim Ausbildungsplatz, beim Arbeitsplatz, beim Sponsoring des Sportvereins, bei der Integration neuer Mitarbeitender, bei der Investition in Gebäude, Maschinen, Software oder neue Geschäftsmodelle.

Deshalb braucht der Mittelstand eine starke Stimme. Der BVMW Hessen will diese Stimme bündeln, sichtbar machen und in den politischen Dialog tragen.


BVMW Hessen: Netzwerk, Interessenvertretung und Plattform für Unternehmer

Beim Jahresempfang stellte Cornelia Gärtner auch das BVMW-Team Hessen vor. Das ist mehr als ein organisatorischer Programmpunkt. Es zeigt, dass Interessenvertretung im Mittelstand nicht abstrakt funktioniert. Sie braucht Menschen, Kontakte, Vertrauen und Präsenz vor Ort.

Der BVMW Hessen verbindet Unternehmerinnen und Unternehmer, schafft Plattformen für Austausch und setzt sich für bessere Rahmenbedingungen kleiner und mittlerer Unternehmen ein. Die Ehrung langjähriger Mitglieder
wie z. B. UnternehmensBOERSE GmbH aus Hauneck, Neuland GmbH & Co. KG aus Eichenzell, Balthasar Ress Weingut KG aus Hattenheim, Fruitful Office GmbH und Global Switch FM GmbH aus Frankfurt am Main, Stuhlmann Zerspanungstechnik GmbH aus Homberg (Efze) oder die Eishockey Cracks Bad Nauheim GmbH & Co. KG machte deutlich, dass dieses Netzwerk nicht nur aus Veranstaltungen besteht. Es lebt von Kontinuität, Engagement und gegenseitiger Unterstützung.

Gerade in unsicheren Zeiten wird ein solches Netzwerk wichtiger. Denn viele Unternehmerinnen und Unternehmer stehen vor ähnlichen Fragen:

Wie bleibt mein Unternehmen wettbewerbsfähig?
Wie gehe ich mit Digitalisierung und KI um?
Wie finde und halte ich Fachkräfte?
Wie kann ich investieren, wenn Kosten und Unsicherheit steigen?
Wie wird aus politischer Ankündigung praktische Entlastung?

Der Jahresempfang in der Paulskirche gab darauf keine einfachen Antworten. Aber er setzte ein klares Signal: Der Mittelstand will gehört werden. Und er will Verantwortung übernehmen.


Was von diesem Abend bleibt

Der erste Mittelstands-Jahresempfang des BVMW Hessen in der Frankfurter Paulskirche war mehr als ein Netzwerktreffen. Er war ein politisches und gesellschaftliches Signal.

Er zeigte, dass der Mittelstand drei Rollen zugleich hat:

Er ist wirtschaftliches Rückgrat, weil er Arbeitsplätze schafft, ausbildet und investiert.
Er ist gesellschaftlicher Stabilitätsanker, weil er Verantwortung vor Ort übernimmt.
Er ist Zukunftskraft, weil Innovation, Digitalisierung und Künstliche Intelligenz ohne kleine und mittlere Unternehmen nicht breit in die Wirtschaft kommen.

Die Paulskirche war dafür der richtige Ort. Denn sie erinnert daran, dass Freiheit nicht selbstverständlich ist. Verantwortung auch nicht. Beides muss gelebt werden, in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

Der Mittelstand tut das jeden Tag.

Was war der BVMW-Jahresempfang in der Paulskirche?

Der BVMW-Jahresempfang in der Frankfurter Paulskirche war ein Treffen von rund 400 Unternehmerinnen, Unternehmern und Entscheidern aus dem hessischen Mittelstand. Gastgeberin war Cornelia Gärtner, Leiterin des BVMW Hessen und der Geschäftsstelle Frankfurt am Main.

Die Paulskirche steht für Demokratie, Freiheit und parlamentarische Verantwortung. Der BVMW Hessen wählte diesen Ort, um zu zeigen, dass Mittelstand, wirtschaftliche Freiheit, soziale Marktwirtschaft und demokratische Verantwortung zusammengehören.

Christoph Ahlhaus betonte die Verbindung von Mittelstand, Wohlstand und Demokratie. Ein zentraler Satz seiner Rede lautete: „Ohne Wohlstand gibt es keine soziale Sicherheit. Ohne soziale Sicherheit keinen sozialen Frieden. Und ohne sozialen Frieden keine stabile Demokratie.“

Stephanie Wüst bezeichnete den Mittelstand als wirtschaftliches Rückgrat Frankfurts und als Träger von Verantwortung, Innovation und Zukunftsvertrauen. Sie betonte außerdem, Frankfurt habe das Potenzial, einer der führenden Standorte für Innovation, Digitalisierung und Künstliche Intelligenz in Europa zu sein.

Cornelia Gärtner ist Leiterin des BVMW Hessen und der Geschäftsstelle Frankfurt am Main. Sie lud zum ersten Mittelstands-Jahresempfang des BVMW Hessen in der Paulskirche ein und will die Paulskirche als festen Ort dieses Formats etablieren.

Klaus Rössler

Klaus Rössler ist strategischer Marketing- und PR-Consultant mit Fokus auf High-Value-Positionierung und Reputationsarchitektur in KI-Systemen (Lead Auditor ISO 42001). Neben Weinkultur interessiert er sich für digitale Kultur und unkonventionelle Marktperspektiven. Im Oktober 2025 gewann er den Feuilletonpreis der Frankfurter Allgemeinen Zeitung für seinen Essay "Digital Ruins - Wie verlassene Pixel die Zeit bezeugen". Den Text findet man unter https://roesslerpr.de/faz-feuilletonpreis Klaus Rössler, Roessler ProResult (roesslerpr.de)