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Vitamin C – Cornelia Gärtner (li) im Gespräch mit Eva Bovet (re) von Betten Raab

Guter Schlaf – der unterschätzte Erfolgsfaktor für Unternehmen

Gesunde Ernährung, moderne Büroräume, gemeinsame Sportangebote – betriebliche Gesundheitsförderung ist längst fester Bestandteil vieler Unternehmen. Doch ein entscheidender Faktor bleibt oft unbeachtet: erholsamer Schlaf.

Dabei zeigen Studien, dass Schlafmangel nicht nur die Konzentration mindert, sondern auch Produktivität, Kreativität und Betriebsklima erheblich beeinflusst. Die gute Nachricht: Unternehmen können viel dazu beitragen, dass ihre Mitarbeitenden besser schlafen – und damit leistungsfähiger, motivierter und gesünder sind.

Im Vitamin C-Interview spricht Conny Gärtner mit Eva Bovet, Geschäftsführerin von Betten Raab und zertifizierte Schlaftrainerin, über die enorme Bedeutung von Schlaf und warum er im betrieblichen Kontext alles andere als Privatsache ist.

Wissenschaftliche Erkenntnisse

Laut einer DAK-Studie ist etwa jeder zehnte Arbeitnehmer von Schlafstörungen betroffen.

Schlechter Schlaf beeinträchtigt:

  • Entscheidungsfindung
  • Konzentration
  • Stimmung
  • Interaktion mit dem Team

Mögliche Konsequenzen:

  • Unzufriedenheit
  • Konflikte
  • Potenzial-Verlust
  • Burn-out führen

Schlaf ist keine passive Ruhephase, sondern ein aktiver Regenerationsprozess:

  • Körper und Geist erholen sich.
  • Gefühle werden verarbeitet.
  • Zukünftige Situationen werden „geübt“.

„Ein ausgeruhtes Team ist gesünder, leistungsfähiger und besser in der Lage, mit Stress umzugehen.“

Guten Schlaf zu fördern ist eine ökonomische Entscheidung. Sie wirkt sich direkt auf die Performance und Innovationsfähigkeit eines Unternehmens aus.

Schlaf: reine Privatsache?

Klar, Schlaf ist privat und soll es auch bleiben. Ein Arbeitgeber wird seine Beschäftigten nicht zu Hause in den Schlaf singen. Und dennoch trägt das Unternehmen eine Verantwortung für das Wohlergehen und die Leistungsfähigkeit seines Teams. Deshalb gehört Schlaf ins betriebliche Gesundheitsmanagement, ähnlich wie Ernährung und Sport.

Praktische Empfehlungen

Offenheit

  • Schlaf enttabuisieren: Sprechen Sie offen über das Thema Schlaf. Schaffen Sie eine Kultur, in der Mitarbeitende ihre Schlafprobleme ohne Stigmatisierung ansprechen können. Erfahrungen und Tipps auszutauschen, kann zu gemeinsamen Lösungen führen.
  • Vorbild sein: Führungskräfte sollten selbst ihren Schlaf priorisieren und dies auch kommunizieren.

Arbeitsbedingungen

  • Flexible Arbeitszeiten: Berücksichtigen Sie die genetisch festgelegten individuellen Chrono-Typen (Früh-, Normal- und Spät-Typen). Ermöglichen Sie flexible Start- und Endzeiten mit Kernarbeitszeiten. Zwingen Sie Ihr Team nicht zu Arbeitszeiten, die ihrem Chrono-Typ widersprechen. Das wird die Begeisterung und Leistungsfähigkeit mindern.
  • Schichtplanung: Gestalten Sie Schichtpläne so angenehm und gleichmäßig wie möglich, gerade bei Nachtschichten. Berücksichtigen Sie individuelle Präferenzen und Resilienzen. 
  • Lichtverhältnisse: Sorgen Sie für gute Lichtverhältnisse. Ausreichend Tageslicht am Arbeitsplatz ist wichtig.
  • Bedeutsame Pausen: Fördern Sie echte, aktive Pausen. Schaffen Sie Raum dafür, dass Mitarbeitende bewusst nichts tun können. Das kann ein ruhiger Raum sein, um Gedanken zu verarbeiten und Probleme schon tagsüber zu lösen. Dies entlastet das Gehirn vor dem Schlafengehen.
  • Power Naps: Bieten Sie die Möglichkeit für kurze Power Naps (ca. 20 Minuten). Die können sehr energie-fördernd sein. Stellen Sie dafür einen geeigneten Raum zur Verfügung.

Schlafhygiene

  • Schlafumgebung: Sensibilisieren Sie für eine gute Schlafumgebung. Dazu gehören die individuell passende Matratze, Dunkelheit und das Gefühl von Geborgenheit.
  • Ernährung und Genussmittel: Informieren Sie über den Einfluss von spätem Essen und Alkohol auf die Schlafqualität.
  • Tagesrhythmus: Ermutigen Sie zu einem Rhythmus, der mit dem natürlichen Tag-Nacht-Zyklus in Einklang steht: Aktivität bei Helligkeit und allmähliches Runterfahren bei Dunkelheit.
  • Digitale Gewohnheiten: Blaues Bildschirmlicht und die konsumierten Inhalte wirken sich auf den Schlaf aus. Ermuntern Sie zu individuellen Ritualen, die beim Runterkommen helfen.
  • Morgenroutine: Geben Sie Tipps für einen guten Start in den Tag: Sich morgens bewusst strecken, um den Körper auf Aktivität einzustellen. Licht und Bewegung am Vormittag tanken.
  • Stressmanagement: Ermutigen Sie Ihr Team, Sorgen und Stressoren aktiv vor dem Schlafengehen „wegzupacken“ und sich eine ruhige Schlafumgebung zu schaffen.

Externe Unterstützung

  • Schlafcoaching: Erwägen Sie als Unternehmen, Schlafcoachings für Mitarbeitende anzubieten. Individuelles Coaching, wie das von Eva Bovet, analysiert nicht nur den Tages- und Nachtrhythmus. Es gibt maßgeschneiderte Tipps.

  • Informationsquellen: Verweisen Sie auf spezielle Quellen wie den Besser-Schlafen-Podcast (ehemals „Freundinnen der Nacht“) von Eva Bovet.

Fazit

Schlaf ist ein entscheidender Faktor für Gesundheit und Leistungsfähigkeit im Berufsleben. Ist er fester Bestandteil des ganzheitlichen betrieblichen Gesundheitsmanagements. Dann wird sich das Wohlbefinden der Mitarbeitenden verbessern – Produktivität, Innovationskraft und Gesamterfolg des Unternehmens steigen.

(Praxis-)Hilfen zu Arbeit / Schlaf / Gesundheit

BAuA: Arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse zu Arbeitszeit und gesundheitlichen Auswirkungen. Leitfaden zu „Nacht- und Schichtarbeit“ inklusive Empfehlungen zur Dienstplangestaltung (z. B. möglichst wenige aufeinanderfolgende Nachtschichten, planbare Schichten, lange Erholungsphasen nach Nachtschicht).

Psychische Gesundheit und Führung (BGM-Bausteine): PsyGA-Materialien (BMAS/BKK) – Praxisordner und Material für Führungskräfte und Unternehmen (Stress, ständige Erreichbarkeit, Teamregeln).

Kontakt

Eva Bovet
Zertifizierte Schlaftrainerin und Geschäftsführerin von Betten Raab GmbH
(Betten Raab in Frankfurt am Main – Innenstadt und Zeit fürs Bett in Karben)

Tel. +49 69 56 18 23
LinkedIn
https://betten-raab.de/ 

Cornelia Gärtner
Der Mittelstand, BVMW e. V.
Geschäftsstelle FrankfurtRheinMain / Leiterin der Wirtschaftsregion Rhein-Main
cornelia.gaertner@bvmw.de
Mobil: +49 172 6 90 27 01
LinkedIn
www.bvmw.de/frankfurt-am-main

Video zu Vitamin C: Guter Schlaf – der unterschätzte Erfolgsfaktor für Unternehmen

Vitamin C - Interview mit Conny Gärtner

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Cornelia Gärtner

Netzwerkprofi mit großer Freude an wertschätzender Kommunikation und Erfolg. Sie liebt es, Menschen in Kooperation zu bringen. Dipl. Soziologin & Informatik-Betriebswirtin (VWA) & City-Managerin & Industriekauffrau & Betriebliche Gesundheitsmanagerin & Inhaberin der ConnyUnity. Über ein Jahrzehnt Engagement für den Mittelstand. Leitung von Der Mittelstand. BVMW e. V. Hessen und BVMW Geschäftsstelle Frankfurt am Main. Ansprechpartnerin für Presse und Politik. Gemeinsam mit fast 20 Repräsentanten vernetzt und positioniert sie in Hessen rund 1.000 Mitgliedsunternehmen und gibt ihnen eine starke Stimme.