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Conny Gärtner, Andrea Maurer-Schlangen, Judith Roth; Foto: Andreas Wetzel

KI, Führung und gesellschaftliche Verantwortung: Was Mittelstand zukunftsfähig macht  

„KI verändert unsere Arbeit. Zukunftsfähigkeit entsteht dort, wo Technologie, Urteilskraft und Verantwortung zusammenkommen. Entscheidend ist, wie wir Menschen befähigen, Orientierung zu geben, gute Entscheidungen zu treffen und Verantwortung zu übernehmen.“

Cornelia Gärtner, Leiterin Hessen von Der Mittelstand. BVMW e. V.

Technologischer Wandel und gesellschaftliche Verantwortung wirken auf den ersten Blick wie zwei sehr unterschiedliche Themen. Beim Last Tuesday im September 2026 zeigt sich jedoch eine gemeinsame Klammer: Unternehmen brauchen Menschen, die Veränderungen einordnen, Verantwortung übernehmen und daraus tragfähige Entscheidungen ableiten.

Knapp 60 Teilnehmer nutzen den Abend, um darüber zu diskutieren. Zwei Impulse setzen sehr unterschiedliche Akzente – und führen doch zu derselben Frage: Wie gestalten Unternehmen ihre Zukunft, statt den Entwicklungen nur hinterherzulaufen?

KI verändert die Rolle des Menschen im Unternehmen

Der Fokus liegt heute mal nicht auf den technische Möglichkeiten, die KI bietet. Andrea Maurer-Schlangen, systemische Organisationsberaterin und geschäftsführende Inhaberin der CMMaurer GmbH, und Judith Roth, Managing Partner der Human Resources GmbH, richten ihren Blick auf die Frage, was KI mit Organisationen, Führung und Kompetenzen macht.

Ihre erste These lautet:

  • KI verändert nicht nur Prozesse, sondern auch die Rolle des Menschen.
  • Human Resources: Zukunftssichere Kompetenzen: Urteilsfähigkeit und Analysefähigkeit
  • Organisationsentwicklung: Kompetenznetzwerke, breites Wissen und tiefe Spezialisierung

KI kann zunehmend Routinearbeiten übernehmen. Gleichzeitig gewinnen solche Fähigkeiten an Bedeutung, die sich nicht einfach automatisieren lassen: Urteilsfähigkeit, Analysefähigkeit, Perspektivwechsel und die Fähigkeit zu lernen.

Die Aufgabe von Human Resources (HR) verändert sich damit grundlegend. Lernen und Rollenentwicklung rücken stärker in den Mittelpunkt. Zukunftssicher ist weniger ein einzelnes Fachwissen als vielmehr die Fähigkeit, Wissen auf neue Situationen zu übertragen und sich kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Auch Organisationsstrukturen verändern sich. Teams werden sich künftig stärker um konkrete Aufgaben formieren. KI wird dabei selbst zu einer Art Team-Mitglied. Kompetenznetzwerke, breites Wissen und tiefe Spezialisierung gewinnen gegenüber starren Hierarchien an Bedeutung.

Warum Führung durch KI anspruchsvoller wird

Ihre zweite These:

  • Führung wird durch KI anspruchsvoller, nicht einfacher.
  • Human Resources: Führungskräfte befähigen
  • Organisationsentwicklung: Interne Netzwerke aufbauen, KI ersetzt nicht Führung

Führungskräfte brauchen Technologiekompetenz – nicht, um jede technische Einzelheit selbst zu beherrschen, sondern um beurteilen zu können. Gleichzeitig sollten sie akzeptieren, nicht mehr alles wissen zu können.

Mit KI-Agenten im Team entstehen neue Fragen: Wer entscheidet was? Welche Rolle übernimmt der Mensch? Welche Verantwortung kann oder soll an Technologie übertragen werden?

Judith Roth und Andrea Maurer-Schlangen betonen deshalb die Bedeutung von Reflexion, Austausch, Zeit und Empathie. Führungskräfte brauchen Sicherheit im Umgang mit Unsicherheit.

Für mich liegt darin eine zentrale Erkenntnis für den Mittelstand:

„Technologiekompetenz ersetzt keine Führung. Sie erhöht vielmehr die Anforderungen an gute Führung.“

Erst Unternehmens-, dann KI-Strategie

Ihre dritte These bringt den strategischen Kern auf den Punkt:

  • Die Herausforderung ist nicht KI, sondern strategische Orientierung
  • Human Resources: Aktiv die KI-Strategie unterstützen
  • Organisationsentwicklung: KI-Strategie in die Unternehmensstrategie einbetten, nicht umgekehrt

Unternehmen brauchen zunächst klare Ziele und Prioritäten. Die Unternehmensstrategie muss entwickelt, kommuniziert und verstanden sein. Erst daraus sollte sich eine KI-Strategie ableiten – nicht umgekehrt.

Auch Human Resources muss darauf reagieren. Langfristige Planungen werden schwieriger, Szenarien und strategisches Workforce Planning wichtiger. Wenn Kompetenzlücken sichtbar werden, gilt es für die Personalentwicklung, früh zu reagieren.

Kultur, Organisation und KI gehören dabei zusammen. KI dient der Unternehmensvision. Sie ersetzt sie nicht.

Video zu: KI verändert alles - was verändern wir?

Kinderhospizarbeit bedeutet Lebensbegleitung

Der zweite Impuls des Abends richtet unseren Blick auf gesellschaftliche Verantwortung.

Edith Seifert, Fundraising Manager bei Deutsche Kinderhospiz Dienste e. V. in Frankfurt, baut Partnerschaften zur Unterstützung betroffener Familien auf. Stephan Engels verantwortet als Projektleiter den Aufbau des Projekts Mein Kinderhospiz Frankfurt. Das soll das erste stationäre Kinderhospizes in Frankfurt werden.

Deren zentrale Botschaft lautet: Kinderhospizarbeit ist Lebensbegleitung für die gesamte Familie.

Die Kinderhospizdienste unterstützen und entlasten lebensbedrohend erkrankte Kinder, ihre gesunden Geschwister und deren Eltern – bislang vor allem ambulant.

Unternehmen können auf unterschiedliche Weise unterstützen. Der HOPE-Bär dient dabei als Sympathieträger und hilft Unternehmen dabei, Spenden zu sammeln.

Entscheidend ist aber der größere Gedanke: Unterstützung hat viele Gesichter. Sie schafft Entlastung, Freiräume und gemeinsame Lebenszeit.

Video zu: Kinderhospizarbeit? Anders als gedacht

Zwei Praxis-Take-aways für den Mittelstand

1. KI-Strategie aus der Unternehmensstrategie ableiten.

Bevor Unternehmen Tools einführen oder Aufgaben automatisieren, sollten Ziele, Prioritäten und Verantwortlichkeiten geklärt sein. Gleichzeitig gilt es, Urteilskraft, Lernfähigkeit und Technologiekompetenz gezielt weiterzuentwickeln.

2. Verantwortung konkret machen.

Gesellschaftliches Engagement entfaltet Wirkung, wenn es zu den Möglichkeiten des Unternehmens passt und bei Menschen tatsächlich ankommt. Kinderhospizarbeit zeigt, wie vielfältig solche Unterstützung gestaltet werden kann.

Wissen mit neuen Perspektiven verbinden

Location Host des Abends ist Thiiird Place bei CMMaurer, das sich selbst als „Gasthaus Zum guten Arbeiten“ bezeichnet. Der private Workspace bietet Raum für Team-Events, Workshops, Tagungen, Seminare, Strategie-Meetings und Offsites. Gruppen sind dort in der Regel unter sich. Auf Wunsch kann das Thiiird-Place-Team durch Moderation unterstützen.

Dass Vernetzung nicht erst nach den Impulsen beginnt, zeigt bereits das Warm-up. Die Gäste tauschen sich in thematischen Gruppen zu Podcasts, Sponsoring, Barrierefreiheit und der Frage aus, welchen Nutzen sie aus dem BVMW-Verband ziehen.

Darin liegt für mich der besondere Wert des Last Tuesday: Unterschiedliche Perspektiven kommen zusammen. Fachwissen wird geteilt. Gespräche entwickeln sich über Branchen- und Unternehmensgrenzen hinweg.

Video zur Location Thiird Place bei CMMaurer

Mein Fazit: Orientierung wird zur unternehmerischen Kompetenz

KI stellt Unternehmen vor neue Fragen zu Führung, Organisation und Kompetenzen. Gesellschaftliches Engagement stellt andere Fragen – nach Verantwortung, Haltung und Wirkung.

Beide Themen zeigen jedoch: Zukunft entsteht nicht durch Abwarten. Unternehmen brauchen Klarheit darüber, was sie erreichen wollen, welche Verantwortung sie übernehmen und welche Fähigkeiten dafür notwendig sind.

Für den Mittelstand ist das eine gute Nachricht. Vieles davon lässt sich gestalten: Kompetenzen können entwickelt, Strukturen verändert, Netzwerke aufgebaut und Engagement konkret gemacht werden.

Die Netzwerkveranstaltung Last Tuesday schafft dafür einen Raum. Hier können Unternehmensvertreter und Führungskräfte neue Themen kennenlernen, sie gemeinsam einordnen und weiterdenken.

Fotos vom Last Tuesday September 2026

Kontakt

Andrea Maurer-Schlangen
Thiiird Place bei CMMaurer
+49 6171 2775050
andrea.maurer@cmmaurer.de

Judith Roth
Human Resources GmbH
49 6172 8868945
j.roth@human-resources-gmbh.com

Edith Seifert und Stephan Engels
Deutsche Kinderhospiz Dienste e. V.
+49 231 99997599
edith.seifert@deutsche-kinderhospiz-dienste.de
stephan.engels@deutsche-kinderhospiz-dienste.de

Cornelia Gärtner
Leiterin BVMW Hessen
Leiterin Geschäftsstelle Frankfurt am Main
cornelia.gaertner@bvmw.de
+49 172 69 027 01
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Last Tuesday

Last Tuesday ist DAS Netzwerktreffen des Verbands Der Mittelstand. BVMW e.V. in FrankfurtRheinMain. Unternehmerinnen, Unternehmer und Führungskräfte treffen sich zum anregenden, niveauvollen und heiteren Austausch. Impulse auf den Punkt, Menschen in ihrer ganzen Vielfalt und eine abwechslungsreiche Umgebung sorgen garantiert für eine frische Brise im Kopf.

Cornelia Gärtner

Netzwerkprofi mit großer Freude an wertschätzender Kommunikation und Erfolg. Sie liebt es, Menschen in Kooperation zu bringen. Dipl. Soziologin & Informatik-Betriebswirtin (VWA) & City-Managerin & Industriekauffrau & Betriebliche Gesundheitsmanagerin & Inhaberin der ConnyUnity. Über ein Jahrzehnt Engagement für den Mittelstand. Leitung von Der Mittelstand. BVMW e. V. Hessen und BVMW Geschäftsstelle Frankfurt am Main. Ansprechpartnerin für Presse und Politik. Gemeinsam mit fast 20 Repräsentanten vernetzt und positioniert sie in Hessen rund 1.000 Mitgliedsunternehmen und gibt ihnen eine starke Stimme.