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Begrüßung; Foto: Andreas Wetzel

Nachhaltigkeit im Mittelstand

Warum gelebte Vielfalt ein echter Wirtschaftsfaktor ist

„Nachhaltigkeit beginnt bei den Menschen. Unternehmen, die Teilhabe und Vielfalt glaubwürdig leben, schaffen die Grundlage für Innovation, Fachkräftesicherung und wirtschaftlichen Erfolg.“

So fasse ich, Cornelia Gärtner, Leiterin Der Mittelstand. BVMW Hessen, unser Businessfrühstück Mitte Juli zum Thema Nachhaltigkeit zusammen.

Nachhaltigkeit hat viele Facetten. Die Agenda 2030 der Vereinten Nationen umfasst 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung. Bei unserer Netzwerkveranstaltung im Dialogmuseum in Frankfurt am Main stehen bewusst diese zwei Ziele im Mittelpunkt:

  1. Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum
  2. Weniger Ungleichheiten

Heute wird deutlich: Nachhaltigkeit bedeutet weit mehr als Bäume pflanzen und Müll vermeiden. Sie zeigt sich ebenso in Unternehmenskultur, Chancengleichheit und der Frage, wie Unternehmen Vielfalt als Stärke nutzen.

Das Dialogmuseum macht Perspektivwechsel erlebbar

Die Hausherrin Maureen Ekizoglu, Geschäftsführerin der Dialogmuseum gGmbH, stellt den Unternehmerinnen und Unternehmern das Konzept des Hauses vor. Das Dialogmuseum verbindet Erlebnismuseum, Inklusionsbetrieb und Sozialunternehmen zu einem Ort, an dem Begegnung und Perspektivwechsel im Mittelpunkt stehen.

Interaktive und immersive Formate eröffnen neue Zugänge zu Themen wie Blindheit, Sehbehinderung, Inklusion, Vielfalt und sozialer Nachhaltigkeit. In der anschließenden Führung wird diese Philosophie unmittelbar erfahrbar und hinterlässt bei den Teilnehmenden einen bleibenden Eindruck.

Das Dialogmuseum zeigt also eindrucksvoll, wie gesellschaftliche Verantwortung und wirtschaftliches Handeln zusammenwirken können.

Vielfalt durch Beteiligung

Den fachlichen Impuls des Morgens gibt Ralph Rußmann, Referatsleitung Arbeitshilfen beim Caritasverband Frankfurt e. V.

Er beschreibt, wie der Caritasverband Frankfurt ein Arbeitsumfeld gestaltet, das Menschen unabhängig von Alter, Herkunft, Religion, Geschlecht, sexueller Orientierung oder Behinderung wertschätzt. Dahinter steht die Überzeugung, dass Vielfalt nicht allein ein gesellschaftlicher Anspruch ist, sondern ein wesentlicher Faktor für Innovationskraft, Mitarbeiterbindung und Zukunftsfähigkeit.

Besonders eindrucksvoll ist der Blick auf die Entwicklung der eigenen Unternehmenswerte. Diese hat ein bewusst vielfältig besetztes Team erarbeitet. Damit fließen von Anfang an unterschiedliche Perspektiven in den Prozess ein. So entstehen Werte, die von den Mitarbeitenden wirklich getragen werden. Schließlich setzt sich die Belegschaft aus unterschiedlicher Religionen und Hintergründe zusammen, die ihre Erfahrungen hier einbringen und gemeinsam die Unternehmenskultur prägen.

Nachhaltigkeit wird durch gelebte Teilhabe sichtbar

Zwischen Dialogmuseum und Caritasverband Frankfurt zeigen sich zahlreiche Parallelen. Beide Organisationen machen deutlich, dass Nachhaltigkeit im täglichen Handeln sichtbar wird.

Während das Dialogmuseum Menschen mit Behinderung selbstverständlich in den Arbeitsalltag integriert und Begegnungen ermöglicht, verfolgt der Caritasverband Frankfurt mit seiner Strategie konsequent das Ziel, Teilhabe zu fördern und Vielfalt als festen Bestandteil seiner Organisationskultur zu verankern.

Bereits 2013 unterzeichnet der Verband die Charta der Vielfalt. Heute gehören Diversität, Anti-Bias-Schulungen, die Qualifizierung von Führungskräften sowie Projekte zur Arbeitsmarktintegration fest zur strategischen Ausrichtung. Programme wie „ZukunftSozial“ begleiten Menschen mit Fluchterfahrung oder anderen Zugangshürden Schritt für Schritt auf ihrem Weg in Ausbildung und Beschäftigung und schaffen gleichzeitig dringend benötigte Fachkräfte für soziale Berufe.

Die Beispiele machen deutlich, dass gesellschaftliche Verantwortung und wirtschaftlicher Nutzen keine Gegensätze sind. Wer Teilhabe ermöglicht, stärkt zugleich die Zukunftsfähigkeit seiner Organisation.

Für die Praxis bedeutet das

Unternehmen sollten ihre Werte zunächst intern glaubwürdig entwickeln, bevor sie diese nach außen kommunizieren. Werden Mitarbeitende frühzeitig einbezogen, entstehen Werte, die Orientierung geben und im Alltag dann auch tatsächlich gelebt werden.

Vielfalt entfaltet ihren wirtschaftlichen Nutzen, wenn sie als fester Bestandteil der Unternehmenskultur verstanden wird. Unterschiedliche Perspektiven fördern Innovation, stärken die Mitarbeiterbindung und eröffnen neue Wege bei der Gewinnung von Fachkräften.

Mein Fazit

Das Businessfrühstück im Dialogmuseum zeigt, dass Nachhaltigkeit weit mehr ist als eine ökologische Aufgabe. Sie beginnt dort, wo Unternehmen Menschen einbeziehen, Teilhabe ermöglichen und Vielfalt als wirtschaftliche Stärke verstehen.

Die Beispiele des Dialogmuseums und des Caritasverbands Frankfurt machen deutlich, dass eine werteorientierte Unternehmenskultur sowohl gesellschaftliche Wirkung entfaltet als auch die Wettbewerbsfähigkeit mittelständischer Unternehmen stärkt.

Kontakt

Maureen Ekizoglu
Geschäftsführerin der Dialogmuseum gGmbH
maureen.ekizoglu@dialogmuseum.de 
+49 69 9 99 99 95 21
LinkedIn 
https://dialogmuseum.de/

Ralph Rußmann
Referatsleitung Arbeitshilfen beim Caritasverband Frankfurt e. V.
ralph.russmann@caritas-frankfurt.de
+49 69 29 82 12 43
LinkedIn
https://www.caritas-frankfurt.de/startseite 

Cornelia Gärtner
Leiterin BVMW Hessen
Leiterin Geschäftsstelle Frankfurt am Main
cornelia.gaertner@bvmw.de
+49 172 69 027 01
LinkedIn
www.bvmw.de/hessen

Cornelia Gärtner

Netzwerkprofi mit großer Freude an wertschätzender Kommunikation und Erfolg. Sie liebt es, Menschen in Kooperation zu bringen. Dipl. Soziologin & Informatik-Betriebswirtin (VWA) & City-Managerin & Industriekauffrau & Betriebliche Gesundheitsmanagerin & Inhaberin der ConnyUnity. Über ein Jahrzehnt Engagement für den Mittelstand. Leitung von Der Mittelstand. BVMW e. V. Hessen und BVMW Geschäftsstelle Frankfurt am Main. Ansprechpartnerin für Presse und Politik. Gemeinsam mit fast 20 Repräsentanten vernetzt und positioniert sie in Hessen rund 1.000 Mitgliedsunternehmen und gibt ihnen eine starke Stimme.