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Starke Frauen. Klare Haltung.

Haltung zeigen in bewegten Zeiten – Warum Sichtbarkeit, Widersprechen und Solidarität jetzt entscheidend sind

In einer Zeit, in der sich politische Debatten spürbar nach rechts verschieben und traditionelle Rollenbilder wieder laut propagiert werden, stellt sich eine zentrale Frage: Wie verteidigen Frauen ihre Selbstbestimmung – im Beruf, in der Gesellschaft und im politischen Raum?

Darüber spreche ich mit der Journalistin Marion Kuchenny. Und es wird schnell deutlich: Gleichstellung ist kein Selbstläufer. Sie bleibt eine Aufgabe – individuell wie gesellschaftlich.

Gleichstellung war nie selbstverständlich – und ist es auch heute nicht

Wir beide müssen uns häufig stärker beweisen, werden schneller etikettiert („zu bissig“, „zu ehrgeizig“) oder stehen vor strukturellen Hürden.

Marion Kuchenny beschreibt, dass Frauen im Journalismus zwar formal gleichgestellt sind. Trotzdem brauchen sie deutlich mehr Durchsetzungsfähigkeit und Resilienz, um ernst genommen zu werden.

Ich verlasse mehrfach berufliche Stationen, um meine Haltung und mein Selbstverständnis zu schützen.

Unsere Erkenntnis: Haltung bedeutet nicht nur, für etwas einzustehen – sondern auch, klare Grenzen zu ziehen.

Der „Rollback“: Wenn traditionelle Rollen wieder Trend werden

Besonders kritisch betrachten wir den gesellschaftlichen Trend hin zu stark romantisierten traditionellen Frauenbildern. Das „Tradwife“-Phänomen ist die bewusste Rückkehr zu einem ausschließlich häuslichen Rollenverständnis. Das lehnen wir gar nicht pauschal ab. Problematisch finden wir es aber, wenn daraus ein gesellschaftlicher Erwartungsdruck entsteht.

Der entscheidende Punkt: Selbstbestimmung bedeutet Wahlfreiheit. Wenn aber bestimmte Lebensmodelle wieder erklärungsbedürftig werden, entsteht ein neuer Rechtfertigungszwang.

Und wenn wieder nur eine Person das Einkommen erwirtschaftet, entsteht ein strukturelles Abhängigkeitsgefälle. Care-Arbeit – also Kinderbetreuung, Pflege, Haushalt – ist gesellschaftlich zwar unverzichtbar. Aber sie wird nicht gleichwertig honoriert.

Politische Verantwortung ernst nehmen

Demokratie lebt davon, dass Bürgerinnen und Bürger informiert entscheiden. Wahlprogramme zu prüfen und das eigene Wertesystem bewusst abzugleichen, bedeutet Verantwortung übernehmen.

Demokratische Werte sind für die unternehmerische Freiheit bedeutsam. Deshalb ist meine Wahl der Frankfurter Paulskirche, dem Symbolort für deutschen Demokratie, als Veranstaltungsort für unseren Jahresempfang ein bewusstes Statement für freiheitlich-demokratische Grundwerte.

Solidarität statt Konkurrenz

Ein zentrales Thema unseres Gesprächs ist die fehlende weibliche Solidarität. Zwischen konservativen und progressiven Lebensmodellen fehlt oft der gegenseitige Respekt.

Gleichzeitig stehen Frauen in Führungspositionen häufig unter besonderer Beobachtung:

Liefern sie stark ab, gelten sie als „karrieregetrieben“. Tun sie es nicht, wird ihnen mangelnder Ehrgeiz unterstellt.

Die Lösung?

  • Mentoring über Generationen hinweg
  • Austausch
  • gegenseitige Unterstützung und
  • Sichtbarkeit erfolgreicher Unternehmerinnen

Haltung beginnt bei der eigenen Wirkung

Als Präsentations- und Auftrittscoach verweist Marion Kuchenny auf einen wichtigen Aspekt:

Wirkung entsteht in den ersten Sekunden. Nonverbale Signale entscheiden maßgeblich darüber, ob jemand ernst genommen wird.

Souveränität, Authentizität und innere Klarheit über die eigenen Werte sind daher keine Nebensache – sie sind strategische Kompetenz.

Drei zentrale Take-aways

  1. Haltung ist kein Luxus.
      
    Gerade in herausfordernden Zeiten ist es entscheidend, die eigenen Werte zu kennen und aktiv zu vertreten.
      
  2. Gleichstellung braucht Solidarität.
      
    Frauen profitieren von generationenübergreifendem Mentoring, gegenseitiger Unterstützung und echter Sichtbarkeit.
      
  3. Demokratie und Selbstbestimmung gehören zusammen.
      
    Politische Beteiligung, bewusste Wahlentscheidungen und Engagement sind zentrale Hebel, um Gleichberechtigung zu sichern.

Am Ende bleibt eine klare Botschaft: Je rauer das gesellschaftliche Klima, desto wichtiger werden Dialog, Widerspruch und Zusammenhalt.

Sichtbar sein. Haltung zeigen. Und einander stärken.

Kontakt

Marion Kuchenny
Journalistin
info@marion-kuchenny.de
+49 69 155111
LinkedIn
www.marion-kuchenny.de

Cornelia Gärtner
Leiterin von Der Mittelstand. BVMW e. V. Hessen
und der Geschäftsstelle Frankfurt am Main 
cornelia.gaertner@bvmw.de
+49 172 6 90 27 01
LinkedIn
https://www.bvmw.de/de/hessen 

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Cornelia Gärtner

Netzwerkprofi mit großer Freude an wertschätzender Kommunikation und Erfolg. Sie liebt es, Menschen in Kooperation zu bringen. Dipl. Soziologin & Informatik-Betriebswirtin (VWA) & City-Managerin & Industriekauffrau & Betriebliche Gesundheitsmanagerin & Inhaberin der ConnyUnity. Über ein Jahrzehnt Engagement für den Mittelstand. Leitung von Der Mittelstand. BVMW e. V. Hessen und BVMW Geschäftsstelle Frankfurt am Main. Ansprechpartnerin für Presse und Politik. Gemeinsam mit fast 20 Repräsentanten vernetzt und positioniert sie in Hessen rund 1.000 Mitgliedsunternehmen und gibt ihnen eine starke Stimme.